Audit-Leitfaden für Instandhaltungsleiter

Praxisnaher Überblick für IATF 16949 – Fokus: neue Mitarbeiter und Leiharbeiter

Warum Auditoren neue Mitarbeiter prüfen

Neue Mitarbeiter bedeuten aus Auditsicht erhöhtes Risiko. Typische Risiken sind:

Wenn neue Mitarbeiter im Bereich Instandhaltung eingesetzt werden, ist das für Auditoren häufig ein direkter Einstieg in das Thema „Kompetenz und Einarbeitung“.

Was der Auditor konkret sehen will

Häufige Frage im Audit: „Wer darf diese Anlage eigenständig freigeben?“
Wenn das nicht klar geregelt ist, ist das eine typische Schwachstelle.

Typische Audit-Situation

Auditor in der Halle:

„Wie lange arbeiten Sie hier?“
Mitarbeiter: „Seit drei Wochen.“

Typische Folge:

Wenn keine Dokumentation vorhanden ist, wird daraus schnell eine Abweichung.

Was du unbedingt haben solltest

Standard-Einarbeitungsplan Instandhaltung

Für jeden neuen Mitarbeiter (inkl. Leiharbeiter):

Wichtig: Datum und Unterschrift (Mitarbeiter und Mentor/Vorgesetzter).

Kompetenzmatrix

Eine simple Matrix ist im Audit sehr wirksam:

Mitarbeiter Anlage A Anlage B SPS Gasversorgung Freigabe
MA 1 Ja
MA 2 Nein

Damit zeigst du: System, Struktur, Risikobewusstsein.

Freigaberegelung

Dokumentiert und eindeutig geregelt:

Gerade in der Wärmebehandlung ist das in Audits oft ein Schwerpunkt.

Besonders kritisch bei Leiharbeitern

Häufiger Fehler: Leiharbeiter arbeiten „wie Stammkräfte“, aber ohne gleiche Dokumentation und Freigabe.

Typische Major-Gefahr

Kritisch wird es, wenn:
  • Leiharbeiter selbstständig an kritischen Anlagen arbeiten
  • keine dokumentierte Unterweisung vorliegt
  • kein klarer Verantwortlicher definiert ist
  • Änderungen ohne Freigabe erfolgen

Audit-Überlebensregel

Wenn neue Mitarbeiter da sind:
  • Einarbeitungsnachweis sofort starten und aktuell halten
  • Kompetenzmatrix pflegen
  • Verantwortlichkeiten klar regeln
  • Keine Grauzonen zulassen