Warum Auditoren neue Mitarbeiter prüfen
Neue Mitarbeiter bedeuten aus Auditsicht erhöhtes Risiko. Typische Risiken sind:
- Fehlbedienung
- Sicherheitsrisiko
- Prozessinstabilität
- Dokumentationslücken
- Kalibrierfehler
- Fehlende Reaktionsfähigkeit bei Störung
Wenn neue Mitarbeiter im Bereich Instandhaltung eingesetzt werden, ist das für Auditoren häufig ein direkter Einstieg in das Thema „Kompetenz und Einarbeitung“.
Was der Auditor konkret sehen will
- Qualifikationsnachweise (z. B. Elektrofachkraft, befähigte Person – je nach Tätigkeit)
- Einarbeitungsplan
- Unterweisungsnachweise
- Anlagenfreigabe (wer darf was?)
- Schulung Sicherheitskreise und Notfallabläufe
- Kenntnis der Reaktionspläne
Häufige Frage im Audit: „Wer darf diese Anlage eigenständig freigeben?“
Wenn das nicht klar geregelt ist, ist das eine typische Schwachstelle.
Wenn das nicht klar geregelt ist, ist das eine typische Schwachstelle.
Typische Audit-Situation
Auditor in der Halle:
„Wie lange arbeiten Sie hier?“
Mitarbeiter: „Seit drei Wochen.“
Mitarbeiter: „Seit drei Wochen.“
Typische Folge:
- Richtungswechsel ins Büro
- Anforderung: „Bitte zeigen Sie mir den Einarbeitungsnachweis.“
Wenn keine Dokumentation vorhanden ist, wird daraus schnell eine Abweichung.
Was du unbedingt haben solltest
Standard-Einarbeitungsplan Instandhaltung
Für jeden neuen Mitarbeiter (inkl. Leiharbeiter):
- Sicherheitsunterweisung
- Anlagenüberblick
- Kritische Prozesse
- Notfallplan
- Reaktionsplan
- Dokumentationssystem
- Ersatzteilstrategie
- Freigaberegelung
Wichtig: Datum und Unterschrift (Mitarbeiter und Mentor/Vorgesetzter).
Kompetenzmatrix
Eine simple Matrix ist im Audit sehr wirksam:
| Mitarbeiter | Anlage A | Anlage B | SPS | Gasversorgung | Freigabe |
|---|---|---|---|---|---|
| MA 1 | ✔ | ✔ | ✔ | ✔ | Ja |
| MA 2 | ✔ | – | – | – | Nein |
Damit zeigst du: System, Struktur, Risikobewusstsein.
Freigaberegelung
Dokumentiert und eindeutig geregelt:
- Wer darf Störungen bewerten?
- Wer darf den Prozess wieder freigeben?
- Wer darf Software/SPS ändern?
- Wer darf sicherheitsrelevante Komponenten tauschen?
Gerade in der Wärmebehandlung ist das in Audits oft ein Schwerpunkt.
Besonders kritisch bei Leiharbeitern
- Qualifikationsnachweis vom Verleiher liegt vor
- Eigene interne Sicherheitsunterweisung durchgeführt
- Aufgabenbereich ist klar begrenzt
- Keine eigenständige Prozessfreigabe ohne definierte Freigabestufe
Häufiger Fehler: Leiharbeiter arbeiten „wie Stammkräfte“, aber ohne gleiche Dokumentation und Freigabe.
Typische Major-Gefahr
Kritisch wird es, wenn:
- Leiharbeiter selbstständig an kritischen Anlagen arbeiten
- keine dokumentierte Unterweisung vorliegt
- kein klarer Verantwortlicher definiert ist
- Änderungen ohne Freigabe erfolgen
Audit-Überlebensregel
Wenn neue Mitarbeiter da sind:
- Einarbeitungsnachweis sofort starten und aktuell halten
- Kompetenzmatrix pflegen
- Verantwortlichkeiten klar regeln
- Keine Grauzonen zulassen